Sex, Scrum und Arbeitsvermittlung

… was die Themen miteinander zu tun haben?

Ich lese gerade das Buch ‚Die Psychologie sexueller Leidenschaft‘, habe einen Workshop zum Scrum gemacht und an einer Projektevaluation zur Arbeitsvermittlung mitgearbeitet.

Individualisierung Sex scrum Arbeitsvermittlung

Und:

In allen Bereichen wird eine positive Entwicklung daraus abgeleitet, dass das Individuum immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird.

Arbeitsvermittlung

Im Projekt können die Arbeitslosen eine Unterstützerstruktur nutzen. Bedingung ist: sie müssen wollen. Sie werden in keine Maßnahmen gedrängt, müssen keine Sanktionen befürchten, aber dafür aktiv den eigenen Weg gestalten.

Scrum

In diesem Projektmanagement stehen dem Team große Freiräume zur Verfügung. Es gibt sehr klare Strukturen, die diese Räume schützen. Sie können sie selbstverantwortlich und selbstorganisiert nutzen. Bedingung ist, dass sie sie eben selbstverantwortlich und selbstorganisiert nutzen.

Sex

Der Psychotherapeut Schnarch beschreibt, wie das alte Ideal der Verschmelzung regelmäßig in eine frustrierende Sackgasse führt. Die Autonomie sei die Grundlage für eine gelingende Sexualität. Dies eröffnet dem Individuum große Freiheiten. Es verlangt aber auch z.B. in der Umarmung auf eigenen Füßen zu stehen.

 Individualisierung

Diesen Doppelcharakter der Individualisierung hat Beck schon 1986 grundlegend beschrieben. Die bisher regulierenden Großstrukturen wie z.B. die Kirchen verlieren an Bedeutung. Das Individuum bekommt so Freiräume. Gleichzeitig erhält es aber auch die Last der Selbst-Regulation. Der äußere Druck wird so evtl. zur Selbstmotivation und Selbstdisziplinierung umgewandelt. Dies wird nun in den verschiedenen Bereichen durchdekliniert.

Das Leben wird so vielfältiger. Ob es ein emanzipatorischer Prozess ist, ist nicht so klar. Egal ob Sex, Scrum oder Arbeitsvermittlung: es lohnt sich genau hinzuschauen, wie sinnvoll dieser neue Maßstab tatsächlich ist.

——–

Quellen:

Beck, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. 1986

David Schnarch: Die Psychologie sexueller Leidenschaft. 2009

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.